Perspektivwechsel - Was können Jugendhilfe und Eingliederungshilfe voneinander lernen?

Diese Frage stellten sich am 14. April 2016 die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von FiPP e. V. auf Ihrer Jahrestagung 2016, die unter dem Motto stand:

„Weiter auf dem Weg der Inklusion ist, was wir daraus machen“

In 6 Workshops beschäftigten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen mit unterschiedlichen Themen der Inklusion: z. B. Leichte Sprache und Umgang mit Verschiedenheit.

Im Workshop „Perspektivwechsel – Was können Jugendhilfe und Eingliederungshilfe voneinander lernen?“ hat die Mitarbeitenden Gelegenheit, grundlegende Unterschiede in der Arbeit der Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe nach § 53 SGB XII bzw. der Regelungen nach dem Neunten Sozialgesetzbuch „Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen“:

  • Die Aufgabe der Jugendhilfe, für eine familien- und kindgerechte Umwelt zu sorgen, findet sich analog nicht in den Hilfen für Menschen mit Behinderung. Diese sind personen- bzw. einrichtungsbezogen, aber nicht sozialräumlich orientiert.
  • Neu war auch für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Erkenntnis, dass Eingliederungshilfeleistungen Leistungen des Sozialhilfesystems, also ein Leben lang einkommens- und vermögensabhängig, sind.
  • Ein anderer Unterschied zeigt sich in der Arbeitsweise der verschiedenen Hilfesysteme: die Jugendhilfe arbeitet schon mehr als ein Jahrzehnt sozialräumlich orientiert und regional mit unterschiedlichsten Trägern, z. B. mit dem Quartiersmanagement, vernetzt. Hier stehen die Einrichtungen der Eingliederungshilfe noch am Anfang.

In der anschließenden Kleingruppenarbeit befassten sich die Workshopteilnehmer mit der Frage: „Was ist eigentlich Behinderung?“

Nach der Mittagspause konnten die Teilnehmenden mit Rollstühlen und Simulationsbrillen, die Augenerkrankungen simulieren, Barrieren – zumindest für eine Stunde lang – erleben. Mir war wichtig, zu vermitteln, dass diese Erfahrung selbstverständlich nicht die Lebenserfahrung Behinderung ersetzt.

Zum Schluss erarbeiteten wir alle gemeinsam Ideen für mögliche Kooperationen und Fragestellungen:

  • Kontakte zu Einrichtungen der Behindertenhilfe
  • Kontakte zu bezirklichen Behindertenbeauftragten und Beiräten für Menschen mit Behinderung
  • Austausch der unterschiedlichen Kompetenzen in gemeinsamen Fortbildungen

Und was wären Ihre Ideen, liebe Leserinnen und Leser?

P.S. Im Nachhinein erfuhr ich, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jetzt in ihren Einrichtungen selbst Barrieren entdeckten und sie nun beseitigen. Und dass sich Mitarbeiterinnen der Jugendhilfe für die Tagung des PARITÄTISCHEN angemeldet haben – „Partizipation im Sozialraum – Stärken durch Beiteiligung“.

Videos zum Thema

Interviews mit Kerstin Gaedicke und Ulrike Pohl

Perspektivwechsel – Filme über Erfahrungen zur Barrierefreiheit und Inklusion

Wie sehen blinde Menschen Farben?

Aktuelle Beiträge

Sozialraum Ulrike Pohl Kinder und Jugendliche Friedrichshain-Kreuzberg
28 | 04 | 2016

Partizipation im Sozialraum – Stärken durch Beteiligung

Paritätischer Fachtag in Berlin Dienstag, 3. Mai 2016, 9:30 Uhr bis 16:45 Uhr Centre Monbijou Oranienburger Straße 13-14, 10178 Berlin

Die Veranstalter präsentieren und diskutieren im Rahmen des Europäischen Protesttages für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung auf der Fachtagung „Partizipation im Sozialraum – Stärken durch Beteiligung“ beispielhaft sozialräumliche Modelle von Partizipation und gehen den Fragen nach:

  • Wie können Stadtteilzenten und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung die Entwicklung hin zu einer inklusiven Gesellschaft befördern?
  • Welche Faktoren müssen berücksichtigt werden, damit ein Beteiligungsprozess gelingt?
  • Wie können Hilfen für Menschen mit Behinderungen sozialräumlich gestaltet werden?

Aktuelle Ergebnisse aus Wissenschaft und Forschung werden herangezogen, um mit Blick aus der Praxis Strategien zur Umsetzung partizipativer Projekte zu entwickeln.

Die Einladung dazu finden Sie hier.

Sozialraum Ulrike Pohl Kinder und Jugendliche Friedrichshain-Kreuzberg
28 | 04 | 2016

Partizipation im Sozialraum – Stärken durch Beteiligung (Kopie 1)

Paritätischer Fachtag in Berlin Dienstag, 3. Mai 2016, 9:30 Uhr bis 16:45 Uhr Centre Monbijou Oranienburger Straße 13-14, 10178 Berlin

Die Veranstalter präsentieren und diskutieren im Rahmen des Europäischen Protesttages für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung auf der Fachtagung „Partizipation im Sozialraum – Stärken durch Beteiligung“ beispielhaft sozialräumliche Modelle von Partizipation und gehen den Fragen nach:

  • Wie können Stadtteilzenten und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung die Entwicklung hin zu einer inklusiven Gesellschaft befördern?
  • Welche Faktoren müssen berücksichtigt werden, damit ein Beteiligungsprozess gelingt?
  • Wie können Hilfen für Menschen mit Behinderungen sozialräumlich gestaltet werden?

Aktuelle Ergebnisse aus Wissenschaft und Forschung werden herangezogen, um mit Blick aus der Praxis Strategien zur Umsetzung partizipativer Projekte zu entwickeln.

Die Einladung dazu finden Sie hier.

LieblingsOrte

LieblingsOrte (Kiez-Atlanten), die bereits der Öffentlichkeit überreicht worden sind, finden Sie auf der Seite von Parität Berlin.

  • Interview

    Interviews mit Kerstin Gaedicke und Ulrike Pohl
  • Projekttag Perspektivwechsel

    Perspektivwechsel – Filme über Erfahrungen zur Barrierefreiheit und Inklusion
  • 07.12.2018, 16:29 Schöner Artikel über eine unserer #PIA-Preisträgerinnen, Nihal Arslan. Und über den Schutz vor Gewalt und die Anerk… https://t.co/XSNyT43fR1
  • 06.12.2018, 19:03 Es gibt strukturelle Diskriminierung, Muster, die zeigen, dass es jungen Menschen schwer gemacht wird, einen inklus… https://t.co/mPcYEyZnLA