PARITÄTISCHER Rundbrief "Teilhaben! Arbeit und Beschäftigung für Menschen mit Behinderungen"

Hier das Vorwort unserer Vorstandsvorsitzenden Frau Prof. Barbara John:

"Sehr geehrte Leserinnen und Leser, liebe Mitglieder, Birgit Monteiro, die ehemalige Geschäftsführerin des Dachverbands der Nachbarschaftshäuser, bringt mit einem Satz auf den Punkt, wie verbindend Arbeit ist für uns Menschen:

„Durch das gemeinsame Arbeiten tritt die Behinderung eines Menschen in den Hintergrund. Man muss es einfach nur machen.“

Gemeinsames Tätigsein bringt Fähigkeiten zum Vorschein und lässt uns Menschen in anderen Rollen wahrnehmen. Es fordert und erzeugt kreative Lösungen. Gemeinsames Arbeiten bewirkt Anerkennung und Selbstbewusstsein und – wenn es bezahlt wird – sorgt es für den Lebensunter-halt und ermöglicht persönliche Entwicklung. Egal, ob jemand eine Behinderung hat oder nicht.

Der Europäische Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai hat uns den Anlass für den Schwerpunkt dieses Rundbrief geliefert: Das Recht auf Arbeit und Beschäftigung für Menschen mit Behinderungen. Im Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin sind zahlreiche Unterstützungsdienstleister für behinderte Menschen organisiert: Integrationsfirmen, Integrationsfachdienste, Werkstätten für behinderte Menschen, Beschäftigungsstätten. Wir wollen zeigen, was diese Paritätischen Organisationen für behinderte Menschen tun, aber auch, was sie noch brauchen, um weiterhin genauso gut oder besser arbeiten zu können.

So berichten im Rundbrief Menschen mit Behinderungen von ihren Erfahrungen. Zum Beispiel Birgit Stenger, die Menschen berät, wie sie selbst für ihre eigenen Assistentinnen und Assistenten Arbeitgeber werden können. Oder das Team von „Rollenfang“, das sich dafür einsetzt, dass mehr Menschen mit Behinderungen als Schauspieler in Film und Fernsehen zu sehen sind. Im Interview mit zwei Mitarbeiterinnen des Bürgerhaus e.V. lesen Sie außerdem mehr darüber, wie durch kreative Lösungen Arbeitsmöglichkeiten für behinderte Menschen geschaffen werden – auch von Trägern, die keine Anbieter der klassischen Behindertenhilfe sind, und diese Arbeitsplätze trotzdem nicht mehr missen möchten.

„Du bist einfach anerkannt – ob mit oder ohne Behinderung“, so das Fazit von Andrea Kuhn vom Bürgerhaus e.V. Doch in der Realität fehlt es noch an allen Ecken und Enden an der Offenheit, da-mit diese volle Anerkennung Wirklichkeit werden kann. Durch starre rechtliche Rahmenbedingun-gen und Vorurteile bleiben Schubladen bestehen, die einem offenen, inklusiven Arbeitsmarkt im Wege stehen. Die Kundgebung, die unsere Mitgliedsorganisation Berliner Behindertenverband am 4. Mai vor dem Brandenburger Tor abhalten, wird das weit hörbar bestätigen.

Dieser Rundbrief ist eine Einladung zum Nach- und Mitmachen! Treten Sie gern mit unseren Mitgliedsorganisationen, aber auch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Paritätischen Berlin, in Kontakt und überlegen sie gemeinsam, welche Möglichkeiten Sie in Ihrem unmittelbaren Tätigkeitsfeld haben, inklusive Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen. Birgit Monteiro, ist übrigens inzwischen Bürgermeisterin von Lichtenberg und eröffnete mit diesen Worten eine Podiumsdiskussion in der Woche der Inklusion des Bezirks. Sie sagte weiter: „Die erste Mitarbeiterin mit Behinderung, mit der ich je zu tun hatte, sitzt heute auf dem Podium neben mir – als Referentin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Berlin.“ Eine ermutigende Perspektive also – wenn auch noch vieles zu tun bleibt.

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und gute Anregungen für das Arbeiten von Menschen mit und ohne Behinderung Schulter an Schulter!

Ihre Barbara John"

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